Zwischen 850 und 1.516 Euro brutto im ersten Lehrjahr — so weit liegen die Angebote Hamburger Handwerksbetriebe auseinander. Wir haben 26 aktuelle Ausbildungsanzeigen aus der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer ausgewertet. Das Ergebnis zeigt: Vergleichen lohnt sich, und zwar erheblich.
Kurz gefasst: Elektroniker verdienen in Hamburg im Schnitt 1.065 Euro im ersten Jahr, Anlagenmechaniker SHK 923 Euro. Der Unterschied zwischen dem schlechtesten und besten Angebot im selben Gewerk beträgt über die Ausbildung mehrere tausend Euro.
Die Zahlen im Detail
| Gewerk | Niedrigster | Median | Durchschnitt | Höchster |
|---|---|---|---|---|
| Elektroniker/-in | 900 € | 1.050 € | 1.065 € | 1.516 € |
| Anlagenmechaniker/-in SHK | 850 € | 900 € | 923 € | 1.104 € |
Eigene Auswertung von 26 Hamburger Ausbildungsanzeigen aus der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Hamburg, Stand Juli 2026. Alle Angaben brutto pro Monat im ersten Ausbildungsjahr.
Warum die Spanne so groß ist
Der entscheidende Grund: Nicht jeder Handwerksbetrieb ist tarifgebunden. Wer nach Tarif zahlt, orientiert sich an festen Stufen. Kleine Familienbetriebe zahlen frei verhandelt — mal weniger, mal überraschend viel mehr.
Der Spitzenwert von 1.516 Euro in unserer Auswertung stammt von einem öffentlichen Arbeitgeber. Solche Stellen sind selten, aber es gibt sie — und sie tauchen in derselben Börse auf wie alle anderen.
Rechne einmal nach: 200 Euro Unterschied pro Monat sind über dreieinhalb Jahre rund 8.400 Euro. Das ist ein Gebrauchtwagen.
Was zur Vergütung dazukommt
Der Monatsbetrag ist nur ein Teil. In den ausgewerteten Anzeigen fanden sich diese Zusatzleistungen — nach Häufigkeit:
- Zuschuss zum Führerschein — im Handwerk oft Voraussetzung für den Gesellenjob, mehrere hundert Euro wert
- Einstiegsqualifizierung — bezahltes Langzeitpraktikum vor der Ausbildung, anrechenbar
- Urlaubs- und Weihnachtsgeld — oft ein halbes bis ganzes Monatsgehalt zusätzlich
- Deutschlandticket oder HVV-Karte — spart rund 60 Euro monatlich
- Nachhilfe bei Problemen in der Berufsschule — auf Kosten des Betriebs
- Eigenes Werkzeug und iPad — bleibt meist beim Azubi
- Leistungsprämien bei guten Zeugnissen
Diese Leistungen stehen selten vollständig in der Anzeige. Danach zu fragen ist völlig normal — im Gegenteil, es zeigt, dass du dich ernsthaft mit dem Betrieb beschäftigst.
Was du im Gespräch fragen solltest
- „Sind Sie tarifgebunden, und wie sehen die Stufen bis zum vierten Lehrjahr aus?"
- „Gibt es Urlaubs- oder Weihnachtsgeld?"
- „Beteiligen Sie sich am Führerschein oder am Deutschlandticket?"
- „Wie viele Ihrer Azubis haben Sie in den letzten Jahren übernommen?"
Die letzte Frage sagt oft mehr über einen Betrieb aus als jede Gehaltszahl.
Und danach?
Die Ausbildungsvergütung ist nur der Anfang. Ein Geselle im Hamburger Handwerk verdient je nach Gewerk und Betrieb deutlich mehr, ein Meister noch einmal spürbar darüber — und wer einen eigenen Betrieb führt, verlässt die Gehaltstabelle ganz. Der Weg dorthin kostet keine Studiengebühren und beginnt mit einem Gehalt statt mit Schulden.
Häufige Fragen
Was verdient man in der Handwerksausbildung in Hamburg?
In 26 aktuellen Hamburger Ausbildungsanzeigen reicht die Vergütung im ersten Lehrjahr von 850 bis 1.516 Euro brutto im Monat. Bei Elektronikern liegt der Median bei 1.050 Euro, bei Anlagenmechanikern SHK bei 900 Euro.
Warum verdienen Azubis im selben Beruf unterschiedlich viel?
Weil nicht jeder Betrieb tarifgebunden ist. Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Angebot im selben Gewerk liegen über die gesamte Ausbildung mehrere tausend Euro. Vergleichen lohnt sich also konkret.
Steigt die Vergütung während der Ausbildung?
Ja, jedes Lehrjahr. Typisch sind im Handwerk 850 bis 1.100 Euro im ersten und 1.100 bis 1.300 Euro im vierten Lehrjahr. Die genauen Stufen stehen im Ausbildungsvertrag.
Welche Zusatzleistungen sind üblich?
In den ausgewerteten Anzeigen am häufigsten: Zuschuss zum Führerschein, Deutschlandticket oder HVV-Karte, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, eigenes Werkzeug, Nachhilfe bei Problemen in der Berufsschule und Leistungsprämien. Diese Leistungen tauchen oft erst im Gespräch auf — danach zu fragen ist normal.
Gibt es einen gesetzlichen Mindestbetrag?
Ja. Seit 2020 gilt eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung, die jährlich steigt. Alle in Hamburg gemeldeten Handwerksstellen lagen in unserer Auswertung deutlich darüber.
Du willst wissen, welches Gewerk zu dir passt? Der kostenlose Eignungs-Check dauert zwei Minuten. Danach melden wir uns innerhalb von 24 Stunden mit Betrieben, die zu dir passen — und wir sagen dir offen, welcher davon ordentlich zahlt.
Auch lesenswert: Handwerk oder Studium — die ehrliche Rechnung
Mehr: Ausbildung Elektroniker · Ausbildung Anlagenmechaniker SHK · alle freien Lehrstellen in Hamburg